Wie mache ich mich fit für eine erfolgreiche Übernahme?
Während viele Nachfolgeprozesse ins Stocken geraten oder gar scheitern, gibt es eine wachsende Zahl an Unternehmen, die ihre Übergabe erfolgreich, planvoll und nachhaltig gestalten. In der Praxis zeigt sich: Diese Unternehmen tun bestimmte Dinge bewusst anders – unabhängig von Branche, Größe oder Rechtsform.
Der entscheidende Unterschied: Erfolgreiche Übergaben basieren nicht auf spontanen Entscheidungen, sondern auf klaren Strukturen, aktivem Management und einer offenen Haltung gegenüber Veränderung. Sie starten früh, arbeiten professionell und beziehen die relevanten Personen rechtzeitig ein.
Aus zahlreichen Projekten und Erfahrungsberichten lassen sich fünf zentrale Muster ableiten:
1. Sie beginnen deutlich früher als andere
Eine erfolgreiche Nachfolge braucht nicht Monate, sondern Jahre.
Unternehmen, die sich früh vorbereiten, schaffen sich entscheidende Vorteile:
- laufende Optimierung statt hektischer „Übergabe-Rettung“
- Zeit für strukturelle und finanzielle Verbesserungen
- eine echte Auswahl an Nachfolgern
- Raum für Gespräche und Verhandlungen ohne Druck
Frühzeitigkeit ist einer der größten Hebel überhaupt – und doch der am seltensten genutzte.
2. Sie schaffen Transparenz über Zahlen, Prozesse und Risiken
Erfolgreich übergebende Unternehmen wissen, dass Vertrauen die Währung der Nachfolge ist. Sie legen früh offen, wie das Unternehmen funktioniert – und wo es Herausforderungen gibt.
Dazu gehören:
- verständliche, geordnete Finanzzahlen
- dokumentierte Prozesse
- klare Verantwortlichkeiten
- ehrlicher Umgang mit Risiken und Investitionsbedarf
Transparenz verkürzt Prüfungsprozesse und schafft Glaubwürdigkeit.
3. Sie entkoppeln das Geschäft vom Inhaber
Ein häufiges Problem: Das Unternehmen ist der Inhaber.
Erfolgreiche Übergaben lösen sich bewusst davon.
Das bedeutet:
- operative Aufgaben werden schrittweise delegiert
- Know-how wird dokumentiert
- Kundenkontakte werden auf mehrere Schultern verteilt
- Führung wird institutionalisiert statt personifiziert
So wird aus einem „Personen-Unternehmen“ ein übergabefähiges Geschäftsmodell.
4. Sie kommunizieren offen – intern wie extern
Viele Übergaben scheitern an Unsicherheit.
Erfolgreiche Unternehmen setzen dagegen auf gezielte Kommunikation:
- Mitarbeitende werden früh informiert und eingebunden
- Schlüsselpersonen werden gesichert
- Kunden und Lieferanten werden vorbereitet
- Rollen und Zeitpläne werden klar benannt
Offene Kommunikation reduziert Ängste und stärkt das Vertrauen in den Übergang.
5. Sie holen sich professionelle Unterstützung
Die besten Übergaben sind selten Alleingänge.
Sie nutzen Expertise, nicht weil sie müssen, sondern weil es effizienter ist.
Typisch sind:
- steuerliche Strukturberatung
- rechtliche Begleitung
- Bewertungsexpertise
- Moderation der Verhandlungen
- Prozessbegleitung durch Nachfolgeexperten
Professionalisierung führt zu besseren Entscheidungen, weniger Konflikten und schnelleren Abschlüssen.
👉 Fazit
Erfolgreiche Übergaben sind das Ergebnis einer klaren Haltung: früh beginnen, transparent arbeiten, Verantwortung teilen, professionell handeln und offen kommunizieren.
Unternehmen, die sich an diese Prinzipien halten, erhöhen nicht nur ihre Erfolgschancen – sie sichern auch die Zukunft von Arbeitsplätzen, Know-how und Wertschöpfung.
