Die größten Irrtümer in der Nachfolge

Die größten Irrtümer in der Nachfolge und wie man sie vermeidet

Unternehmensnachfolge ist mehr als ein formaler Übergabeprozess, sie ist ein strategischer Wandel. Trotzdem halten sich in der Praxis hartnäckige Fehlannahmen, die Übergaben unnötig gefährden und wertvolle Zeit kosten. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer starten mit falschen Erwartungen, unterschätzen den Aufwand oder verlassen sich auf Annahmen, die längst nicht mehr der Realität entsprechen.

Diese Irrtümer sind selten böse Absicht, sie entstehen, weil der Nachfolgeprozess nur einmal im Unternehmerleben stattfindet. Umso wichtiger ist es, typische Stolperfallen zu kennen und frühzeitig gegenzusteuern.

Hier die häufigsten Fehlannahmen aus der Praxis:

1. „Das dauert nur ein paar Monate.“

In Wahrheit brauchen Nachfolgen oft zwei bis fünf Jahre, je nach Branche, Komplexität und Abhängigkeit vom Inhaber. Wer erst startet, wenn der Ruhestand vor der Tür steht, setzt alles auf Risiko und verschenkt Handlungsoptionen.

2. „Es wird sich schon jemand finden.“

Der Markt ist längst ein Nachfragemarkt – viele Unternehmen, wenig Übernehmende. Demografie, geopolitische Situation, Risikoaversion und hohe Investitionsanforderungen wirken zusammen zu hohen Anforderungen an das Unternehmen.

Ergebnis: Wer sich nicht vorbereitet und aktiv sucht, bleibt oft ohne Kandidat.

3. „Meine Kinder übernehmen das schon.“

Die familieninterne Nachfolge ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele Nachfolgeprozesse scheitern, weil Erwartungen unausgesprochen bleiben oder Interessen auseinandergehen. Transparenz und frühzeitige Klärung sind entscheidend.

4. „Der Preis muss nur stimmen.“

Ein hoher Wunschpreis hilft wenig, wenn die betriebliche Realität nicht dazu passt. Kaufinteressenten denken betriebswirtschaftlich – Emotionen haben dort keinen Platz.
Eine realistische Bewertung ist die Grundlage jeder ernsthaften Verhandlung. Ein wichtige Frage die man sich stellen muss ist, ob man sich nur auf den maximalen Preis fokussiert oder nicht lieber die Firma langfristig unabhängig aufstellen möchte.

5. „Recht und Steuern lösen wir am Ende.“

Das Gegenteil ist richtig:
Viele Modelle funktionieren rechtlich oder steuerlich nicht, wenn man sie zu spät gestaltet.
Haftung, Gesellschaftsstruktur und steuerliche Optimierung gehören an den Anfang, nicht ans Ende.

👉 Fazit

Nachfolge scheitert selten an der Motivation, aber sehr oft an falschen Erwartungen. Wer diese Irrtümer kennt, sie offen anspricht und professionell plant, erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Übergabe erheblich.