Die 5 größten Hürden in der Unternehmensnachfolge
Unternehmensnachfolge ist für viele Betriebe längst ein strategisches Thema und dennoch wird ihre Komplexität, wie in meinem letzten Artikel dargestellt, massiv unterschätzt. Die Folge: Übergaben verzögern sich, geraten ins Stocken oder scheitern komplett. Gerade im Mittelstand, wo der Fortbestand stark an einzelnen Personen hängt, birgt das erhebliche Risiken.
Die Praxis zeigt: Viele Inhaberinnen und Inhaber wissen um die Notwendigkeit der Nachfolgeplanung, schieben das Thema aber vor sich her oder starten zu spät. Gleichzeitig treffen sie auf einen Markt, in dem geeignete Übernehmende knapp sind, Investitionsdruck steigt und Rahmenbedingungen anspruchsvoller werden.
Ich kenne mehrere Fälle, bei denen die Inhaber mit der Übergabeplanung zu lange gewartet haben und schließlich unter Zeitdruck ihre Firma zu schlechten Konditionen und in einem Fall mit Verzicht auf den gesamten Earn-Out verkauft haben.
Aus meiner Sicht sind dies die fünf größten Hürden, die Nachfolgeprozesse heute prägen:
1. Zu späte Planung
Viele beginnen erst, wenn der Druck steigt, sei es aus Altersgründen, gesundheitlichen Gründen oder aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen. Eine gute Nachfolge braucht jedoch Jahre, nicht Monate.
2. Mangel an geeigneten Nachfolgern
Familieninterne Übergaben werden seltener, gleichzeitig gibt es deutlich weniger externe Interessenten. Der Wettbewerb um potenzielle Nachfolger nimmt somit zu und viele Betriebe bleiben schlicht ohne passende Kandidaten.
3. Finanzierungs- und Investitionsfragen
Höhere Zinsen, notwendige Modernisierungen und Transformationsanforderungen erschweren Übernahmen. Für Kaufinteressenten steigt damit sowohl der Kapitalbedarf als auch das Risiko.
4. Unterschiedliche Wertvorstellungen
Zwischen Wunschpreis des abgebenden Unternehmers und der realistischen Marktbewertung liegen oft Welten. Emotionen spielen eine große Rolle schließlich geht es um ein Lebenswerk.
5. Komplexität von Recht und Steuern
Von Gesellschaftsstrukturen über steuerliche Auswirkungen bis zu Haftungsfragen: Die rechtlichen Anforderungen werden häufig unterschätzt und führen immer wieder zu unerwarteten Hürden.
👉 Fazit: Eine erfolgreiche Nachfolge muss aktiv geplant und gemanaged werden. Wer frühzeitig startet, strukturiert vorgeht und eine klare Strategie verfolgt, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil und sichert die Zukunft des Unternehmens nachhaltig.
